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Brunnenbau in Angola

Gemeinsam mit JAM und unserem Steuerbüro Finkbeiner & Partner haben wir in Angola einen neuen Brunnen, der den Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser ermöglicht, bauen können.

BRUNNENBAU IN ANGOLA

Wir möchten euch diesen tollen Bericht von JAM Deutschland e.V. über den Bau eines neuen Brunnens in Angola nicht vorenthalten, da er ohne eure Mithilfe und Unterstützung nicht möglich gewesen wäre. Hierbei sehen wir wieder, wie wertvoll die Arbeit von Organisationen wie JAM ist und wie dankbar wir sind, diese Organisationen unterstützen zu können!

BRUNNEN GESPONSERT VON STARS4KIDS UND DEREN STEUERBÜRO FINKBEINER & PARTNER

ALLGEMEINE INFORMATIONEN

Gemäß einem UNICEF Bericht von 2016, haben in Angola lediglich 34 % der ländlichen Bevölkerung Zugang zu Trinkwasser. Für fast drei Jahrzehnte herrschte Bürgerkrieg in Angola. Obwohl der Krieg inzwischen vorbei ist und die Entwicklung des Landes vorangeht, mangelt es noch immer an grundlegenden Einrichtungen, welche die Gesundheit, Bildung und den Lebensunterhalt betreffen. Ohne die Grundbedürfnisse der Bevölkerung stillen zu können, ist es nicht möglich, erste wichtige Schritte, um aus der Armut auszubrechen, zu unternehmen. Die Nichtverfügbarkeit von sauberem Wasser ist mit dramatischen Folgen verbunden und eine der größten Herausforderungen für die betroffenen Menschen. Durch das verschmutzte Wasser übertragene Krankheiten sind keine Seltenheit und es sind überwiegend Kinder, die zu dieser Risikogruppe gehören. Jährlich sterben über 16.000 Kinder an Durchfallerkrankungen, die aufgrund des Konsums von verunreinigtem Wasser sowie dem Mangel an sanitären Anlagen ausgelöst wurden. Die WASH (Water, Sanitation and Hygiene) Infrastruktur Angolas ist demnach sehr schlecht entwickelt. Insgesamt ist die Zahl der darauf zurückzuführenden Krankheitsfälle hoch und kontinuierlich steigend. Der Bedarf an erhöhtem Zugang zu sauberem Wasser bleibt folglich oberste Priorität in Angola. Um dieser großen Not entgegenzuwirken, sind die Brunnenbauprojekte ein großer Arbeitsschwerpunkt von JAM.

INFORMATIONEN ÜBER DAS DORF

Anfangs sollte der Brunnen in dem Dorf Bondo in der Kleinstadt Balombo gebohrt werden. Jedoch konnte nach zwei vergeblichen Bohrversuchen mit einer Tiefe von 67 und 73 Metern auf kein Wasser gestoßen werden. Anschließend musste ein neuer Standort bestimmt werden, weshalb es zu einer zeitlichen Verzögerung hinsichtlich der Bohrung kam.
Der von Finkbeiner & Partner und Stars4Kids gesponserte Brunnen liegt im Dorf Ulianga II im Bezirk Chongorói. Dieser befindet sich im Westen Angolas in der Provinz Benguela und gilt als der trockenste Bezirk der Provinz. Es gibt kaum Flüsse in dieser Gegend und selbst diese trocknen häufig während der Trockenzeit (März/April bis Oktober/November) vollständig aus. Während dieser Zeit graben einige Dorfbewohner von Hand Löcher in den Boden, um an Grundwasser zu gelangen. Dieses Wasser wird jedoch auch von Tieren genutzt. Deshalb ist das Risiko, dass das Wasser verunreinigt ist, sehr hoch.
JAM arbeitet eng mit Regierungsbehörden der Provinz Benguela zusammen, um Dörfer mit dem notwendigsten Bedarf für einen Brunnen zu identifizieren. Das Dorf Ulianga II hat etwa 2.000 Einwohner, die sich hauptsächlich mit dem Handel von selbst angebauten Nahrungsmitteln wie Mais, Maniok und Sorghum über Wasser halten.

SITUATION VOR DEM BRUNNENBAU

Aufgrund der hohen Einwohnerzahl des Dorfes Ulianga II hat JAM dort bereits zwei Brunnen gebaut. Dennoch sah JAM in diesem Gebiet großen Bedarf für einen weiteren Brunnen. Somit wird nämlich auch sichergestellt, dass ein Brunnen nicht zu stark
ausgelastet wird und womöglich nur für eine kurze Zeit genutzt werden könnte. Der von Finkbeiner & Partner und Stars4Kids geförderte Brunnen versorgt etwas mehr als 665 Menschen. Bevor überhaupt ein Brunnen in dem Dorf gebaut wurde, waren die Bewohner auf ein ungeschütztes, von Hand gegrabenes Loch in dem ausgetrockneten Flussbett des Flusses Ulianga für ihre Wasserversorgung angewiesen. Dieses befand sich 300-400 Meter außerhalb des Dorfes. Während der Auswahl des Standortes erzählte die Dorfbewohnerin Luzia Ngueve den JAM-Mitarbeitern, dass das Dorf ernsthafte Probleme habe, um an Wasser zu gelangen:
Der Fluss Ulianga ist trocken und lediglich das von Hand gegrabene Loch stellt die einzige verfügbare Wasserquelle dar. Trocknet diese ebenfalls aus, müssen die Dorfbewohner fünf Kilometer bis zum nächstgelegenen Fluss zurücklegen, in der Hoffnung dort Wasser zu finden. Für einige ist diese Distanz zu groß, weshalb sie vom Verkauf von Wasser durch ein sogenanntes „Mototaxi“ (motorcycle taxi) abhängig sind. Jedoch ist der Preis, der für Wasser verlangt wird, für viele kaum bezahlbar. Dann haben sie keine andere Wahl als den weiten Weg zum nächsten Fluss auf sich zu nehmen. Das Flusswasser ist aber ebenfalls ungeschützt und zum Verzehr nicht geeignet.
Luzia Ngueve beschrieb die Situation mit folgenden Worten:

„Unsere Kinder leiden unter vielen Krankheiten, die durch das verschmutzte Flusswasser verursacht wurden. Aber haben wir denn eine Wahl? Wir müssen ihnen einfach dieses Wasser geben, weil sie ohne Wasser nicht überleben können.“

Schätzungen des Dorfes zufolge haben nur etwa 10 % der Dorfbewohner Zugang zu Latrinen. Die Mehrheit der Einheimischen ist also auch hier dem Risiko einer Infektion und gefährlichen Tieren ausgesetzt.

UNTERNOMMENE AKTIVITÄTEN

Im Rahmen der Brunnenbohrung wurden folgende spezifische Aktivitäten unternommen:
Begutachtung des Standortes, Bohrung des Brunnens, Untersuchung der Wasserqualität, Installation der Handpumpe und Bestimmung des Wasserkomitees, das aus sechs Mitgliedern besteht. Die Wasserqualität wurde für gut befunden. Sowohl der PH-Wert als auch der Salzgehalt des Brunnenwassers sind angemessen, sodass das Wasser für die Einwohner trinkbar ist.

SITUATION NACH DEM BRUNNENBAU

Der von Finkbeiner und Stars4Kids geförderte Brunnen wurde am 01.09.2017 gebohrt und am 10.09.2017 an die Bevölkerung übergeben. Diese ist überglücklich den Brunnen zu haben. Es wäre allerdings noch zu früh, um langfristige Wirkungen des Brunnens zu erfassen. Einige durch Wasser übertragene Krankheiten können bis zu 12 Monate bis zum Ausbruch benötigen. Dennoch funktioniert der Brunnen reibungslos und weist eine adäquate Ausstoßmenge auf. Durch die beständige Verfügbarkeit von sauberem, geschütztem Wasser kann davon ausgegangen werden, dass sich der Gesundheitszustand der Dorfbewohner signifikant verbessern wird. Paulo Augusto, einer der Dorfbewohner, sagte, dass es ein großes Geschenk sei nun zu jeder Zeit sauberes Wasser beziehen zu können. Sogar mehr als 50 Liter Wasser pro Haushalt können die Einheimischen täglich vom Brunnen bekommen. Die Leichtigkeit an Wasser zu gelangen, bedeutet zusätzlich, dass vermieden werden kann, eine große Menge an Wasser im Haus über einen längeren Zeitraum zu lagern. Dies wiederum verringert das Risiko einer möglichen Verunreinigung des Wassers, verursacht durch schlechte Lagermethoden. Paulo erzählte weiter:
„Seitdem es den Brunnen gibt, ist es so einfach an Wasser zu kommen. Früher gab es lange Warteschlangen an der Wasserquelle. Meine Frau musste bereits früh am Morgen losziehen und kam erst nachmittags nach einer schwierigen Beschaffung von Wasser wieder zurück. Wir können noch nicht sagen, ob sich unser Gesundheitszustand durch den Brunnen verbessert hat. Aber das Wasser von dem Brunnen ist sauber und ich kann bis auf den Boden der mit Wasser gefüllten Schüssel sehen. Ich bin mir sicher, das Wasser vom Brunnen hilft uns Krankheiten zu vermeiden.“

JAM wird mittel- und langfristige Wirkungen, die der Brunnen mit sich bringt, verfolgen. Das Wasserkomitee wird im Dezember dieses Jahres geschult. Diesem wird zum einen die Verantwortung für die grundlegende Nutzung und Instandhaltung des Brunnens übertragen. Zum anderen ist das Komitee für die Kommunikation und Weitergabe von Wissen über sanitäre Anlagen sowie Hygienepraktiken an die anderen Brunnennutzer zuständig. Dies erfolgt durch direkte Kommunikation und Schulungen. Somit wird der Ansatz des „Community-led total sanitation“ (CLTS) verfolgt. Dieser hat auch die selbstständige Lösungsfindung für unzureichende Hygiene zum Ziel.

Wir möchten uns bei euch bedanken, da wir ohne eure Unterstützung nicht die Möglichkeit hätten diese Projekte zu unterstützen. Jeder von euch hat seinen Anteil an diesem Brunnen und wir möchten in Zukunft noch viel mehr Menschen, gemeinsam mit JAM, den Zugang zu sauberem Trinkwasser ermöglichen.

Wenn ihr JAM direkt unterstützen wollt, dann könnt ihr das über folgenden Link tun:
https://www.betterplace.org/…/54391-unterstutze-m…/opinions…

Es wird jeder Euro benötigt und das Geld wird, wie ihr an diesem Beitrag seht, sinnvoll eingesetzt.

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Immanuel Schäfer